Ökumenische Vereinbarung

Am Sonntag, den 22. Juli 2012 (Maria-Magdalena-Tag), wurde im ökumenischen Gottesdienst die ökumenische Vereinbarung zwischen der Evang. Pfarrgemeinde Südwest, Predigtbezirk Maria Magdalena und der kath. St. Maria-Magdalena-Gemeinde feierlich unterzeichnet. In ihr wird das bisher in der Ökumene Erreichte festgehalten, an dem auch in Zukunft weitergearbeitet wird

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Die Rahmenvereinbarung für ökumenische Partnerschaften zwischen evangelischen Pfarrgemeinden in der Evangelischen Landeskirche in Baden und römisch-katholischen Pfarreien in der Erzdiözese Freiburg

können sie im kompletten Wortlaut hier lesen:

Einführung

Diese Rahmenvereinbarung für ökumenische Partnerschaften wurde am 27. Mai 2004
anlässlich des ökumenischen Gottesdienstes zur 'Gebetswoche für die Einheit der Christen' in der St. Franziskus-Kirche zu Pforzheim von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch für die Erzdiözese Freiburg und Landesbischof Dr. Ulrich Fischer für die Evangelische Landeskirche in Baden vorgestellt und unterzeichnet.

Sie möchte verbindliche Vereinbarungen anregen und unterstützen zwischen Pfarrgemeinden und Pfarreien der Landeskirche und der Erzdiözese. Wünschenswert wäre
auch die Einbeziehung von Gemeinden, deren Kirchen oder kirchliche Gemeinschaften
zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Baden-Württemberg gehören, sowie von
benachbarten Gemeinden in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

Diese Vereinbarung wurde aufgrund der „Charta Oecumenica - Leitlinien für die Zusammenarbeit der christlichen Kirchen in Europa" und deren feierliche Bekräftigung durch die in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland vertretenen Kirchen während des ersten ökumenischen Kirchentages in Berlin (2003) gestaltet. Sie wurde auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Gremien der Evangelischen Landeskirche in Baden, der Erzdiözese Freiburg und in der ACK Baden-Württemberg beraten.
Ihre einzelnen Vereinbarungen werden in den beteiligten Pfarrgemeinden und Pfarreien
durch konkrete Verabredungen mit Leben gefüllt. So wird das ökumenische Zusammenleben vor Ort bereichert.

 

Vorwort

Diese Rahmenvereinbarung für ökumenische Partnerschaften versteht sich als gemeinsame Verpflichtung zur Zusammenarbeit aufgrund der „Charta Oecumenica - Leitlinien für die Zusammenarbeit der christlichen Kirchen in Europa". Sie will die ökumenische Zusammenarbeit zwischen Pfarrgemeinden und Pfarreien fördern und stärken und einen dafür verbindlichen Maßstab setzen. Diese Vereinbarung hat keinen kirchenrechtlich gesetzlichen Charakter. Ihre Verbindlichkeit besteht in der Selbstverpflichtung der beteiligten Pfarrgemeinden und Pfarreien, diese Vereinbarung mit Leben zu füllen.



Für die Erzdiözese Freiburg: Erzbischof Dr. Robert Zollitsch.
Für die Evangelische Landeskirche in Baden
: Landesbischof Dr. Ulrich Fischer  

Freiburg im Breisgau / Karlsruhe 27. Mai 2004

 

Präambel


  • Im Bekenntnis zur Taufe als dem gemeinsamen grundlegenden Band der Einheit in
Jesus Christus,

  • getragen von der Bitte Jesu, „dass alle eins seien" (Joh 17, 21),
  • 
im Glauben an Jesus Christus als Haupt der Kirche und Herrn der Welt auf der gemeinsamen Grundlage des Wortes Gottes, wie es die Heilige Schrift bezeugt,

  • auf der Grundlage des Glaubensbekenntnisses von Nizäa-Konstantinopel (381) als
Auslegung der Heiligen Schrift,
  • 
in Erinnerung an die von der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Erzdiözese
Freiburg 1999 unterzeichnete gemeinsame Erklärung,

  • ermutigt durch die gemeinsame Unterzeichnung der Charta Oecumenica auf dem
ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003 und durch die langjährige geschwisterliche
Zusammenarbeit unserer beiden Gemeinden
  • 
verpflichten sich die evangelische Pfarrgemeinde Südwest, Predigtbezirk Maria-
Magdalena in Freiburg-Rieselfeld und die römisch-katholische Pfarrei St. Maria-
Magdalena in Freiburg-Rieselfeld zu weiteren Schritten auf dem Weg zur sichtbaren
 Einheit in einem Glauben und in der einen eucharistischen Gemeinschaft
und unterzeichnen folgende Vereinbarung:



 

1.


Im ökumenischen Miteinander ist es wichtig, die geistlichen Gaben der verschiedenen
christlichen Traditionen kennen zu lernen, sich davon bereichern zu lassen und so voneinander zu lernen. Daher verpflichten wir uns, das Leben unserer Gemeinden auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Arbeitsbereichen kennen zu lernen, einander
zu den jeweiligen Gottesdiensten und Veranstaltungen einzuladen sowie regelmäßige
Begegnungen zu vereinbaren. Wir wollen Selbstgenügsamkeit überwinden und mögliche
 Vorurteile beseitigen, die Begegnung miteinander suchen und füreinander da sein.



 

2.


Unsere Ökumene lebt davon, dass wir Gottes Wort gemeinsam hören und den Heiligen
Geist in uns und durch uns wirken lassen. Wir wollen den bisherigen Weg fortsetzen,
durch Gebete und Gottesdienste die geistliche Gemeinschaft zwischen unseren Gemeinden zu vertiefen und die sichtbare Einheit der Kirche Jesu Christi zu fördern. Wir verpflichten uns, auf der Grundlage der gemeinsamen Erklärung zu „Gottesdienst und
Amtshandlungen als Orte der Begegnung" füreinander und miteinander zu beten.
An folgenden Feiertagen wollen wir einander einladen und nach Möglichkeit gemeinsam
Gottesdienst feiern.

• Gemeinsam Gottesdienst feiern:

• Maria-Magdalena-Fest, Erntedank, Heilig Abend (Krippenspiele mit dem ökumenischenKinderchor), Silvester, Neujahrsemfpang

• Schulgottesdienste zur Einschulung, vor Weihnachten und zum Schuljahresende

• Taizegebet

• Kinder- und Jugendkreuzwege

• Weltgebetstag der Frauen

• Meditationsgruppe

• Gottesdienste im Pflegeheim Pro Seniore

• Gegenseitige Einladung:

• Karfreitagsgottesdienste

• Osternacht

wenn eine Konfession keinen Gottesdienst anbietet (z.B. bei gemeinsamen Gottesdienste
der PG Südwest oder in den Sommerferien).
Darüber hinaus sehen wir uns durch das gemeinsames Haus dazu verpflichtet, unsere
regelmäßigen Gottesdienste zeitlich parallel zu feiern, um Begegnungen vor und nach
den Gottesdiensten zu ermöglichen.

 

3.


Wir wollen als evangelische und katholische Pfarrgemeinde/Pfarrei gemeinsam das
Evangelium durch Wort und Tat für das Heil aller Menschen verkündigen. Angesichts
vielfältiger Orientierungslosigkeit, aber auch mannigfacher Suche nach Sinn sind die
Christinnen und Christen besonders herausgefordert, ihren Glauben zu bezeugen. Dazu
bedarf es des verstärkten Engagements und des Erfahrungsaustauschs in Katechese
und Seelsorge. Ebenso wichtig ist es, dass das ganze Volk Gottes gemeinsam das
Evangelium in die gesellschaftliche Öffentlichkeit hinein vermittelt wie auch durch sozialen Einsatz und die Wahrnehmung von politischer Verantwortung zur Geltung bringt.
Daher verpflichten wir uns, auf folgenden Ebenen und in folgenden Arbeitsbereichen
einander stets zu informieren und Absprachen zu treffen bzw. gemeinsam zu handeln.

• Gemeinsames Blättle zum Maria-Magdalena-Fest, zur Adventszeit, zu Weihnachten und zu Ostern

• Gemeinsame Seite in der Stadtteilzeitung

• Bewirtung der „Freunde von der Straße"

• Soziales Netz

• Besucherkreis Pro Seniore

• Lebendiger Adventskalender

• Ökumenischer Kirchenladen e.V.

• Kooperation mit anderen Institutionen im Stadtteil: Stadtteiltreff K.I.O.S.K, BIV, Vernetzungstreffen

• von KJK

 

4.


Ökumene geschieht bereits in vielfältigen Formen gemeinsamen Handelns in der Erzdiözese Freiburg, in der Evangelischen Landeskirche in Baden und in unseren Gemeinden. Viele Christinnen und Christen leben und wirken gemeinsam in Freundschaften, in der Nachbarschaft, im Beruf und in ihren Familien. Insbesondere konfessionsverbindende Ehen und Familien müssen darin unterstützt werden, Ökumene in ihrem Alltag zu leben. Wir verpflichten uns, die gemeinsame Trauung konfessionsverbindender Ehepartner den Ehepaaren/Brautpaaren anzuraten und gemeinsam vorzunehmen (Formular C).
Wir verpflichten uns weiter, auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens gemeinsam zu
handeln, wo die rechtlichen und tatsächlichen Voraussetzungen dafür gegeben sind und
nicht Gründe des Glaubens dem entgegenstehen.
Insbesondere vereinbaren wir für unsere Pfarrgemeinde/Pfarrei:

• Dankefest für die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen

• Kirchenkaffee nach dem Gottesdienst

• 50plus

• Ökumenischer Kirchenchor und ökumenischer Kinderchor

• Ökumenischer Hauskreis

• Glauben/Leben/Bibel teilen

• Kinderbibeltag

• Leiterrunde der kirchlichen Jugendarbeit (einmal im Jahr)

• Nachtwanderung für Jugendliche

• Weihnachtsspecial für Pre-Teens

• Tanz in den Mai

Foren der Zusammenarbeit sind:

• ÖT (14-tägiges Gespräch der Hauptamtlichen)

• ÖLT (3x jährlich: um die Vorstände der Gemeinden erweitertes ÖT)

• Ökumenisches Gespräch (1x/Jahr: Treffen von Pfarrgemeinderat und Ortsältestenrat)

 

5.


Unsere in Christus begründete Zusammengehörigkeit und Einheit ist von grundlegender
Bedeutung. Wir verpflichten uns, die ökumenische Gemeinschaft im Dialog zwischen
unseren Gemeinden gewissenhaft und intensiv fortzusetzen. Wenn Kontroversen in
Fragen des Glaubens und der Ethik bestehen, wollen wir das Gespräch suchen und alle,
auch strittige Fragen gemeinsam im Licht des Evangeliums und der Überlieferung unserer
Kirchen erörtern.



 

6.


Die Partnerschaft unserer Gemeinden ist offen für die Partnerschaft mit weiteren christlichen Gemeinden in unserer Region und an unserem Ort. Für die Aufnahme in die
Partnerschaft ist allerdings Voraussetzung, dass die betreffende Gemeinde als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Baden-Württemberg angehört oder mit
ihr in grenzüberschreitender Zusammenarbeit verbunden ist.

 

Abschluss


Mit dieser Vereinbarung geben wir dem zwischen uns gewachsenen Miteinander einen
verbindlichen Rahmen und verpflichten uns, dieses Miteinander auch weiterhin zu fördern
und zu entwickeln. So suchen wir der Gemeinschaft in Zeugnis und Dienst gerecht
zu werden zur Ehre Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.6

Freiburg , den 22. Juli 2012

Evangelische Pfarrei, Katholische Pfarrei, Vorsitzender Ältestenkreis Pfarrgemeinde Südwest Vorsitzender des Pfarrgemeinderats, Ortsälteste Predigtbezirk Maria Magdalena

Kenntnisnahme des Evangelischen Oberkirchenrats Genehmigungsvermerk der Erzdiözese