Melanchthonkirche und Umgebung

Die Melanchthon Kirche erzählt

1. Wenn Sie sich jemandem, der Sie nicht sehen kann, beschreiben sollten, was würden Sie dann sagen?

Ich bin eine kleine ganz klassisch gebaute Kirche, etwas unscheinbar, aber ich finde: ein ganz besonderer Ort.

2. Erzählen Sie doch mal etwas aus Ihrer Kindheit und Jugend!

Geboren wurde ich schon vor vielen hunderten Jahren, erzählt man sich; ich bin also schon recht alt. Meine Kindheit habe ich als „katholische" Kirche verbracht, also in der Zeit, als die Konfessionen noch nicht getrennte Weg gingen; richtig erwachsen wurde ich 1556, denn da wurde ich evangelisch.

3. Können Sie uns etwas über Ihren Namensgeber sagen?

Ja, mein Namensgeber ist Philipp Melanchthon. Er war ein Wegbegleiter Martin Luthers und ein kluger Kopf der Reformation. Man kann in vielen Geschichtsbüchern vieles über ihn nachlesen. Das empfehle ich Ihnen.

4. Wie passt Ihr Name zu Ihnen?

Da ich ja urevangelisch bin, passt der Name gut zu mir; ich mag ihn, seit er mir Anfang des 20. Jahrhunderts gegeben wurde, früher war ich einfach die Dorfkirche von Haslach und man nannte mich Gallus-Kirche. Nach einem Heiligen. Das fand ich auch gut.

5. Wie würden Sie sich charakterisieren?

Ich bin klein, aber oho. Man muss mich entdecken und ich liebe es, Menschen bei mir zu beherbergen.

6. Was schätzen Sie besonders an sich? Und was eher nicht?

Ich schätze eigentlich vieles an mir: Meine Klarheit; meine Ausstrahlung nach Innen; dass ich so viele Zeiten überdauert habe; dass Menschen zu mir kommen und dort Ruhe und Gott suchen; dass die Gebäude um mich herum, zu mir gehören; ich komme in die Jahre, manchmal bröckelt es an mir; das mag ich nicht.

7. Erzählen Sie doch eine kleine Anekdote aus Ihrem Leben!

Oh, da ich eine lange Geschichte habe, gibt es sehr viele Anekdoten; liebe Menschen aus meiner Gemeinde haben mal einen schönen „Kirchenführer" über mich geschrieben. Da kann man alles nachlesen und er liegt in mir aus.

8. Haben Sie eine Vision? Wenn ja, welche?

Eine Vision habe ich nicht, dafür stehe ich schon zu lange hier an einem Ort; ich wünsche mir, dass die Menschen, die zu mir kommen, Visionen haben und Gott schauen.

9. Gibt es einen typischen Tagesablauf in Ihrem Leben?

Ich werde im Laufe des Vormittags aufgeschlossen und abends zugeschlossen; dazwischen warte ich auf Besucher; ab und zu kommen welche vorbei und setzen sich auf meine Bänke, sonntags ist dann einiges los; nachts wache ich und pass auf, dass nicht so viel passiert. Ich brauche keinen geregelten Ablauf.

10. Möchten Sie noch etwas ergänzen?

Ich finde es sehr schön, dass ich mit den anderen Kirchen im Südwesten befreundet bin; so kenne ich die jüngste und modernste Kirche; eine Kirche, in der ganz viele Jugendliche zu Gange sind, eine Kirche, die bald ganz neu hervorgehoben sein wird, und eine Kirche, die (wie ich) etwas versteckt liegt und eine innere Weite ganz anders ausstrahlt als ich.