Die Lukaskirche

Die Lukaskirche ...FassadeLukas_IMG_3284 steht im Stadtteil Freiburg-St. Georgen, Am Mettweg 39.

Die Lukaskirche erzählt

Wenn Sie sich jemandem, der Sie nicht sehen kann, beschreiben sollten, was würden Sie dann sagen?
Von außen sehe ich aus wie eine alte italienische Dorfkirche. Ein bisschen grau und in die Jahre gekommen verstecke ich mich mit meinem dicken, nicht besonders hohen Turm im Häusermeer der St. Georgener Dächer. Selbst manch Freiburger Taxifahrer kennt mich nicht ob meiner Zurückhaltung. Im neoromanischen Stil gebaut bin ich ganz einfach und schlicht. Auch im Inneren komme ich ohne Schmuck und Schnörkel aus. Meine Einfachheit schätzen viele Menschen, wenn sie aus ihrem lauten reizüberfluteten Alltag am Sonntag zu mir kommen. Wird in mir moderne Kunst ausgestellt oder inszeniert, hat das immer seine Wirkung.

Erzählen Sie doch mal etwas aus Ihrer Kindheit und Jugend!
Ich bin 1955 geboren – feiere dieses Jahr also ein kleines Jubiläum, denn ich werde 60 Jahre alt. Mit mir erblickten damals der Oberlinkindergarten und ein Gemeindezentrum das Licht der Welt. Um uns herum gab es einige Jahre lang noch sehr viel Platz bis nach und nach alle Äcker und Wiesen bebaut wurden. Ich bin das Kind, ein Ableger der evangelischen Mutterkirche „Melanchthon" hier im Freiburger Südwesten. In den 50'er Jahren gab es durch die vielen Flüchtlinge schließlich so viele evangelische Gemeindeglieder, dass man sich auch im katholischen St. Georgen für den Bau einer evangelischen Kirche entschloss. Das war für die Evangelischen hier ein wichtiger Schritt.

Wie würden Sie sich charakterisieren?
Ich bin irgendwie sehr protestantisch. Meine anmutige Schönheit erkennt man erst auf den zweiten Blick. Musik und Wort kommen in mir sehr gut zur Geltung – ohne Ablenkung. Und natürlich habe ich die Gemeinde und die Gemeinde mich geprägt. Wir sind beide schon ziemlich selbstbewusst. Ich glaube, manchmal steht uns das ein bisschen im Weg ... aber wer uns näher kennenlernt, erlebt Herzlichkeit, Verbindlichkeit und viel Potenzial, etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen.

Was schätzen Sie besonders an sich? Und was eher nicht?
Ich schätze sehr das warme Licht, das an manchen Tagen durch die Glasfenster in den Altarraum fällt und die Lukasorgel in mir, der so mancher Organist wunderschöne Musik entlocken kann. „Alte Musik" klingt mit meiner Akustik besonders gut. Obwohl ich einen ganz klassischen strengen Grundriss habe, können Gottesdienste sehr flexibel in mir gestaltet werden. Was ein bisschen schade ist: wenn man eintritt, kommt man zunächst in einen engen, dunklen, wenig einladenden Bereich, den man durchqueren muss, bevor sich „Lukas" eröffnet.

Erzählen Sie doch eine kleine Anekdote aus Ihrem Leben!
Meine Vorderseite war über vierzig Jahre mit wildem Wein bewachsen. Irgendwann war der aber sehr morsch. An Weihnachten 2010 ist eine alte, dicke Weinranke unter großer Schneelast abgebrochen und hätte fast den Pfarrer erschlagen.

Haben Sie eine Vision? Wenn ja, welche?
Ich sehe jeden Tag den neuen, attraktiven Oberlinkindergarten in meiner Nachbarschaft, der voller Leben ist. Direkt neben mir ist gerade vor kurzem das neue Lukasgemeindezentrum fertig geworden. Derzeit ist es außen herum zwar „wüscht" (wie man hier sagt), denn es dauert noch bis April bis die Außenanlagen fertig sind, aber dann ... dann freue ich mich wieder auf neues, buntes Leben auch direkt rund um die Lukaskirche. Ich wünsche mir, dass viele Menschen im neuen Gemeindezentrum oft miteinander essen, feiern, singen, beraten, Ideen erspinnen und in Gottes Namen miteinander fröhlich sind. Und vielleicht bekomme ich ja auch noch ein kleines Facelifting, was mich neben all den neuen Gebäuden dann strahlen lässt.

Gibt es einen typischen Tagesablauf in Ihrem Leben?
Einmal im Monat feiert die Gemeinde an der Lukaskirche einen „Alle-unter-einen-Hut-Sonntag" mit einem ganz bestimmten Ablauf. Zuerst feiern die Erwachsenen in mir, die Kindergartenkinder, die Grundschüler und die 10 – 13 Jährigen im Gemeindezentrum jeweils einen eigenen Gottesdienst. Danach treffen sich alle zu einem gemeinsamen Mittagessen im Großen Gemeindesaal. Das wird wieder möglich, wenn das Gemeindezentrum fertig ist. Darauf freue ich mich schon.

Die Solaranlage auf der Lukaskirche

Ein Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung

Sie ist für Kirchenbesucher nicht sichtbar, unsere Fotovoltaik-Anlage auf dem Kirchendach, dafür aber umso mehr für die Sonne. Durch die günstige Lage des nach Süden ausgerichteten Kirchendaches sind die Fotozellen voll der Sonne zugewandt.

Unsere Idee:

Im Zusammenhang mit der notwendigen Anschaffung einer neuen Orgel in der Lukas-Kirche entstand im Jahre 2001 die Idee, den Erlös aus der Sonnenenergie zur Finanzierung des Orgelneubaus zu verwenden. Eine großzügige Spende, Zuschüsse und günstige Darlehen machten es möglich, eine Fotovoltaik-Anlage zu installieren. So wurden Sonnenstrahlen in Musik verwandelt, die Sonne zum Orgelsponsor.

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Die Glocken von Lukas

Geschichte der Lukas-Glocken:

Am 10. Dezember 1954 wurden unsere Glocken bei der Firma Bachert in Karlsruhe gegossen. Am Nachmittag des 15. Januar 1955 wurden sie dann feierlich eingeholt und unter der Anteilnahme der Gemeinde vor der Kirche mit einem Gottesdienst begrüsst.

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Lukas-Orgel

Vor-Geschichte der Lukas-Orgel:

Schon 1996 wurde durch den Landeskantor und später durch den Orgelsachverständigen der Badischen Landeskirche der schlechte Zustand der Orgel in der Lukaskirche festgestellt. Es bildete sich der „Förderkreis Kirchemusik", um Spenden einzuwerben. Am 2. Weihnachtstag 1999 wurde die erst 36 Jahre alte Orgel durch Wasserschäden aufgrund des durch Sturm „Lothar" abgedeckten Kirchendaches zusätzlich stark beschädigt. Nun wurden unter dem Gesichtspunkt des Kosten-Nutzen-Verhältnisses Kostenschätzungen für eine Generalüberholung oder einen Neubau eingeholt. Für einen Neubau lag eine Kostenschätzung bei ca. 300.000 DM. Durch viele fantasievolle Aktionen kamen innerhalb von 2 Jahren 120.000 DM zusammen. Das war die Vorbedingung für den Neubau der Orgel.

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Das Lukas-Altarbild

 Foto: E. Bonde-Resin

 „Cubicularium-ein-geboren" von Chris Popovic

... so ist der Titel des Kunstwerkes, das hinter dem Altar den Blick auf sich zieht. Die rechteckige Form ist gestaltet mit einer großen hellgrau-blauen Fläche und einem roten Farbband, das von dunkleren, unregelmäßigen Linien durchzogen ist.

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