Melanchthonkirche und Umgebung

Die Melanchthonkirche

Melanchthonkirchescheune
Das Leben des Predigtbezirkes Melanchthon spielt sich in direkter Umgebung der Melanchthonkirche ab. Neben dem gottesdienstlichen Leben welches in der wunderschönen alten Kirche stattfindet. Befinden sich direkt gegenüber eine alte Pfarrscheuer (»Scheune« genannt) für Kirchencafé, Kindergottesdienst und gesellige Veranstaltungen der Gemeinde. Benachbart zur Kirche befindet sich das Pfarrhaus mit Gemeindebüro und keine 100 Meter entfernt von der Kirche haben wir einen großen Veranstaltungsraum den Melanchthonsaal und den mit der Gemeinde eng verzahnten Melanchthonkindergarten (genaueres zu den Räumlichkeiten weiter unten).

Das alles liegt zentral in Freiburg-Haslach und die nächste Straßenbahnhaltestelle heißt »Dorfbrunnen« (Linie 5).

Die Melanchthon Kirche erzählt

1. Wenn Sie sich jemandem, der Sie nicht sehen kann, beschreiben sollten, was würden Sie dann sagen?

Ich bin eine kleine ganz klassisch gebaute Kirche, etwas unscheinbar, aber ich finde: ein ganz besonderer Ort.

2. Erzählen Sie doch mal etwas aus Ihrer Kindheit und Jugend!

Geboren wurde ich schon vor vielen hunderten Jahren, erzählt man sich; ich bin also schon recht alt. Meine Kindheit habe ich als „katholische" Kirche verbracht, also in der Zeit, als die Konfessionen noch nicht getrennte Weg gingen; richtig erwachsen wurde ich 1556, denn da wurde ich evangelisch.

3. Können Sie uns etwas über Ihren Namensgeber sagen?

Ja, mein Namensgeber ist Philipp Melanchthon. Er war ein Wegbegleiter Martin Luthers und ein kluger Kopf der Reformation. Man kann in vielen Geschichtsbüchern vieles über ihn nachlesen. Das empfehle ich Ihnen.

4. Wie passt Ihr Name zu Ihnen?

Da ich ja urevangelisch bin, passt der Name gut zu mir; ich mag ihn, seit er mir Anfang des 20. Jahrhunderts gegeben wurde, früher war ich einfach die Dorfkirche von Haslach und man nannte mich Gallus-Kirche. Nach einem Heiligen. Das fand ich auch gut.

5. Wie würden Sie sich charakterisieren?

Ich bin klein, aber oho. Man muss mich entdecken und ich liebe es, Menschen bei mir zu beherbergen.

6. Was schätzen Sie besonders an sich? Und was eher nicht?

Ich schätze eigentlich vieles an mir: Meine Klarheit; meine Ausstrahlung nach Innen; dass ich so viele Zeiten überdauert habe; dass Menschen zu mir kommen und dort Ruhe und Gott suchen; dass die Gebäude um mich herum, zu mir gehören; ich komme in die Jahre, manchmal bröckelt es an mir; das mag ich nicht.

7. Erzählen Sie doch eine kleine Anekdote aus Ihrem Leben!

Oh, da ich eine lange Geschichte habe, gibt es sehr viele Anekdoten; liebe Menschen aus meiner Gemeinde haben mal einen schönen „Kirchenführer" über mich geschrieben. Da kann man alles nachlesen und er liegt in mir aus.

8. Haben Sie eine Vision? Wenn ja, welche?

Eine Vision habe ich nicht, dafür stehe ich schon zu lange hier an einem Ort; ich wünsche mir, dass die Menschen, die zu mir kommen, Visionen haben und Gott schauen.

9. Gibt es einen typischen Tagesablauf in Ihrem Leben?

Ich werde im Laufe des Vormittags aufgeschlossen und abends zugeschlossen; dazwischen warte ich auf Besucher; ab und zu kommen welche vorbei und setzen sich auf meine Bänke, sonntags ist dann einiges los; nachts wache ich und pass auf, dass nicht so viel passiert. Ich brauche keinen geregelten Ablauf.

10. Möchten Sie noch etwas ergänzen?

Ich finde es sehr schön, dass ich mit den anderen Kirchen im Südwesten befreundet bin; so kenne ich die jüngste und modernste Kirche; eine Kirche, in der ganz viele Jugendliche zu Gange sind, eine Kirche, die bald ganz neu hervorgehoben sein wird, und eine Kirche, die (wie ich) etwas versteckt liegt und eine innere Weite ganz anders ausstrahlt als ich.

Die Melanchthonkirche

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Die Melanchthonkirche, landläufig als die »älteste Kirche« Freiburgs bezeichnet, ist eine alte Kirche, aber mehr lässt sich kaum belegen. Es gibt vermutlich an diesem Ort seit dem 9. oder 10. Jh. eine Kirche in Haslach, und seit mehr als 450 Jahren ist diese Kirche evangelisch, aber alles andere ist nur schwer mit Fakten zu belegen (allen Interessierten kann ich dazu den ausführlichen Artikel zur Baugeschichte weiter unten empfehlen). Heute ist die Kirche Ort des gottesdienstlichen Geschehens des Predigtbezirks Melanchthon. Ihr Alter und die schlichte Schönheit laden aber nicht nur sonntags zum Gottesdienst oder zur Hochzeit und Taufe ein, sondern die Kirche ist zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang offen fürs Gebet.

Das Pfarrhaus (Gemeindebüro)

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Das alte Pfarrhaus beherbergt mittlerweile nicht mehr nur eine Pfarrwohnung, sondern auch das gemeinsame Büro der Pfarrgemeinde Südwest. (Ansprechpartner und Öffnungszeiten finden Sie hier.)

Der Melanchthonsaal

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Der Melachthonsaal ist ein wichtiger Ort fürs Gemeindeleben. Ob ein Vortrag, Konzerte oder größere Feierlichkeiten, der Saal hat schon viel gesehen. (Wenn die Kirche zu klein ist, z.B. bei der Konfirmation, finden dort auch Gottesdienste statt). Er wird zum einen gemeinsam mit dem Nachbarschaftswerk Haslach verwaltet und genutzt und bietet auch dem Kindergarten oder Kirchenchor Platz für Aktionen und Proben.

Bemerkungen zur Baugeschichte der Dorfkirche von Freiburg-Haslach.

melanchthonkirche_altImmer wieder wird in Betrachtungen zur Ortsgeschichte von Haslach darauf hingewiesen, dass die Dorfkirche, die heutige Melanchthonkirche, die „älteste Kirche" Freiburgs sei. Die Quelle dieser ebenso unbestimmten, wie irreführenden Behauptung ist unbekannt. Sie basiert auf dem Datum der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes aus dem Jahr 786 („villa Haslaha", Krieger, Top. Wörterbuch Bd. I, Sp.856). Wichtigste Arbeit zu den Geschichtsdaten ist der Beitrag von Hans-Carl Scherrer, Die alte Haslacher Dorfkirche in Freiburg i.Br., Schauinsland 80, 1962,39-50). In Verbindung mit dem überlieferten mittelalterlichen Patrozinium St. Gallus, das allerdings erst 1493 urkundlich belegt ist (Scherrer 42, Anm.8), wird die Existenz einer Kirche seit der Frühzeit des Dorfes zu Recht erschlossen. Erste Nennungen eines „plebanus", „Leutpriesters" usw. finden sich in unterschiedlichen Schriftquellen des 13. Jahrhunderts (Scherrer 41 mit Anm. 2 und 3). Sie bestätigen den Rang der Kirche als Pfarrkirche mindestens seit diesem Zeitraum. Aus alledem darf man also auf die Existenz einer Kirche in Haslach schließen, lange bevor diese erstmals als Bauwerk ausdrücklich erwähnt ist. Mutmaßlich hatte sie seit Anbeginn ihren Platz am Standort der heutigen Kirche.

Weiterlesen: Bemerkungen zur Baugeschichte der Dorfkirche von Freiburg-Haslach.