Abschied von der Kantorei Südwest - Schwanengesang
- 10.10.2026 -
Im Südwest-Gottesdienst am 15.11. um 10 Uhr in der Lukaskirche wird die Kantorei Südwest letztmalig im Gottesdienst zu hören sein. Der Chor hat sich für diesen Abschied entschieden, da die Anzahl der aktiv Singenden im Sommer 2026 auf (bestenfalls) 13 gesunken ist.
Im Anschluss an den Gottesdienst findet im Gemeindesaal ein kleiner Empfang statt. Die eigentlich an diesem Tag geplante Gemeindeversammlung wird deshalb auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.
Quelle: W. Erber
Das Ensemble darf sich erhobenen Hauptes aus der aktiven Kirchenmusik-Gestaltung verabschieden, blickt es doch auf eine durchaus bemerkenswerte Geschichte zurück: Im Jahr 2012 schlossen sich die beiden Chöre von Lukas und Melanchthon zur „Kantorei Südwest“ zusammen. Die Lukas-Kantorei war 1953 gegründet worden, die Anfänge des Melanchthonchors reichen bis ins Jahr 1920 zurück.
Zentrale Aufgabe war immer die musikalische Ausgestaltung von Gottesdiensten, wobei der Chor seit vielen Jahren für die Gemeinden Bonhoeffer, Lukas und Melanchthon zuständig war. Zusätzlich war das Ensemble aber auch, teilweise mit Orchester- und Solisten-Beteiligung, bei Konzerten (mehrfach mit dem Melanchthon-Posaunenchor), bei Rundfunkgottesdiensten, Abendmusiken, im Rahmen von offenen Singen im Freien und mit regelmäßigen Auftritten im Laurentiushaus zu hören. Das Repertoire umfasste dabei Werke des 15. bis 21. Jahrhunderts, die zuletzt häufig dreistimmig, früher auch mit bis zu acht verschiedenen Stimmen erklangen. Die Lukas-Kantorei wurde von dem berühmten Musikwissenschaftler H. H. Eggebrecht gegründet; im Melanchthonchor waren namhafte Dirigenten wie Günther Maurischat, Dietrich von Bausznern und Heino Schwarting tätig. 43 Jahre durfte ich das Ensemble leiten und dabei ca. 430 Gottesdienste mitgestalten - und erinnere mich, dass ich 1983 mit etwa 45 Aktiven startete. Seit 1995 engagierten sich etwa 140 Sängerinnen und Sänger im Chor. Als Gegengewicht zum konzentrierten Proben und Präsentieren waren dem Ensemble aber auch immer gesellige Zusammenkünfte bedeutsam. Unvergessen: legendäre Fasnachtsfeiern, Besuche beim St. Georgener Weinfest, Ausklänge nach den Proben im „Bierhäusle“ oder Chorwochenenden, bei denen beileibe nicht nur intensiv geprobt wurde, sowie – bis zum Schluss! – unsere beliebten im Jahresplan verankerten „Hocks“. Gerade dabei erlebte sich der Chor nicht nur als kirchliches Gesangs-Ensemble, sondern als gewachsene Gemeinschaft, die hoffentlich auch ohne regelmäßige Proben und Auftritte weiterhin Bestand haben wird.
Der Ältestenkreis Südwest und das Team der Pfarrer:innen und Diakoninnen wird der Kantorei Südwest im Gottesdienst danken und sie mit einem Segen verabschieden.