Gebäude in St. Georgen

 

Die Lukaskirche

Die Lukaskirche steht im Stadtteil Freiburg-St. Georgen,
Am Mettweg 39, 79111 Freiburg
 

Das Lukas-Altarbild

 
„Cubicularium-ein-geboren“ von Chris Popovic
… so ist der Titel des Kunstwerkes, das hinter dem Altar den Blick auf sich zieht. Die rechteckige Form ist gestaltet mit einer großen hellgrau-blauen Fläche und einem roten Farbband, das von dunkleren, unregelmäßigen Linien durchzogen ist.
Meiner Phantasie kann ich freien Raum lassen, alles was mit meiner Beziehung zu diesem Kirchenraum, zu meinem Glauben und mit meinem Leben zu tun hat, kann sich in der großen Fläche spiegeln. Das Bild bietet mir einen offenen Raum, es engt mich nicht ein. Das Band mit den roten Farbtönen kann ich als Grundlage sehen. Rot: Farbe der Liebe, Farbe des Blutes, Farbe des Lebens. Es ist keine eintönige Fläche, sie ist sehr vielfältig und bewegt, aber dennoch nicht aufregend. Das Kunstwerk lässt mir die Möglichkeit, mich vom Vordergründigen zum Hintergründigen, Tiefgründigen und damit letztlich Unbeschreiblichen hinzuwenden.
Wie „Cubicularium-ein-geboren“ nach Lukas gekommen ist:
Im Rahmen eines Kunstprojekts der Evangelischen Erwachsenenbildung waren in der Lukaskirche von Januar bis Juni 2006 Werke der Künstlerin Chris Popovic (Staufen) ausgestellt. Unter dem Titel „Cubicularium-ein-geboren … gelitten … auferstanden“ haben die Werke den Altarraum der frisch gestrichenen Kirche geschmückt und zu Begegnungen, zum Austausch von Sichtweisen und Deutungen im Spannungsfeld von Kunst und Religion inspiriert. Die Resonanz in der Gemeinde war sehr positiv. Die Kunstwerke haben dem schlichten Kirchenraum eine besondere Atmosphäre verliehen und die zurückbleibende weiße Wand wirkte nach Beendigung des Projekts sehr nüchtern. Der Ältestenkreis der Lukasgemeinde hat sich deshalb entschieden, die Gelegenheit zu nutzen, das Bild „Cubicularium-ein-geboren"  von Chris Popovic zu kaufen. Erfreulicherweise haben viele Spender und der Gemeindeverein spontan dazu beigetragen, das Werk zu einem Bestandteil unserer Lukaskirche werden zu lassen.
 

Siebzig Jahre Lukaskirche

Am 30. Januar 1955 fand der erste Gottesdienst in der fertiggestellten Lukaskirche statt, nach vierundzwanzig Jahren Gemeindeleben und Gottesdienstfeiern in allerlei Provisorien. Durch die Arbeit im Bergwerk und neu gegründete Fabriken waren evangelische Christen und Christinnen im katholischen St. Georgen sesshaft geworden, die lange nach Haslach in die evangelische Kirche gegangen waren. Nun wollten sie auch vor Ort Gottesdienst feiern und sich als Gemeinde treffen.

Von Raum Nr. 5 und dem Flur in der ehemaligen Volksschule (ab 1931) ging es in den Festsaal im Bergwerk (1941), erste Überlegungen zum Bau einer Kapelle in der Lienhardscheune wurden wieder verworfen. Angemietete Räume in Privatwohnungen für Frauenkreis, Jungschar und Konfi, eine allererste Kindergartengruppe in der ehemaligen Volksschule und eine allererste Diakonissenstation waren wichtige Meilensteine auf dem Weg zu einem eigenen Gemeindeleben.

1951 dann konnte das Gelände am Mettweg erworben werden, 1952 wurde festgelegt, dass der Kirchenraum 250 Kirchgänger/innen Platz bieten sollte, dazu Räume für Jungschar, Jugendgruppen, Kindergarten und Diakonissenstation entstehen sollten. Am 19. November 1953 erfolgte der erste Spatenstich, und am 16. Mai 1954 fand der allererste Gottesdienst auf dem Baugelände statt, Grundsteinlegung und Richtfest sowie Einweihung des Kindergartens wurden im gleichen Jahr gefeiert.
 
Nachdem am 15. Januar die Glocken eingeholt worden waren, kam der 30. Januar 1955. Nach einem letzten Gottesdienst am Vormittag im Festsaal im Bergwerk, wurden später in einem Festzug die Altarbibel sowie die Abendmahlsgeräte zur Lukaskirche hinübergetragen. Im Kirchenschiff, im Gemeindesaal und auf der Empore feierten 800 Menschen den ersten Gottesdienst mit Weihegebet und Weihespruch und dem Rufen der Glocken.

In den folgenden Jahren veränderten Gemeinde und Gebäude sich stetig: 1960 wurde das Ensemble durch das Pfarrhaus ergänzt, 1961 erhielt die Kirche eine Orgel, die im Jahr 2006 durch ein neues Instrument abgelöst wurde. Die Erweiterung des Gemeindezentrums 1987 und der Umbau des Oberlinkindergartens im Jahr 1991 waren weitere Meilensteine.
 
 

Lukas-Orgel 

Vor-Geschichte der Lukas-Orgel:

Schon 1996 wurde durch den Landeskantor und später durch den Orgelsachverständigen der Badischen Landeskirche der schlechte Zustand der Orgel in der Lukaskirche festgestellt. Es bildete sich der „Förderkreis Kirchemusik“, um Spenden einzuwerben. Am 2. Weihnachtstag 1999 wurde die erst 36 Jahre alte Orgel durch Wasserschäden aufgrund des durch Sturm „Lothar" abgedeckten Kirchendaches zusätzlich stark beschädigt. Nun wurden unter dem Gesichtspunkt des Kosten-Nutzen-Verhältnisses Kostenschätzungen für eine Generalüberholung oder einen Neubau eingeholt. Für einen Neubau lag eine Kostenschätzung bei ca. 300.000 DM. Durch viele fantasievolle Aktionen kamen innerhalb von 2 Jahren 120.000 DM zusammen. Das war die Vorbedingung für den Neubau der Orgel.
Der aus dem „Förderkreis Kirchenmusik" hervorgegangene „Orgelkreis" organisierte viele weitere Aktionen: Marmeladenverkauf („Orgelade"), Benefiz-Konzerte, Vorträge, Spenden-aufrufe, Basare, uvm. Auch die katholischen Schwestergemeinden trugen ihr Scherflein bei. Dank eines Zuschusses vom Oberkirchenrat Karlsruhe in Höhe von 20.000 Euro konnten die Gesamtkosten von ca. 190.000  Euro aufgebracht werden.
Seit dem 15. Oktober 2006 erklingt die Orgel jetzt in ihrer neuen Heimat, der Lukaskirche. Möge sie auch weiterhin zur Freude aller St. Georgener in Gottes-diensten und Konzerten das Gemeindeleben bereichern und beleben.
„Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“ Victor Hugo
„Die Kunst der Orgelmusik ist wie keine andere geeignet, uns Menschen den Himmel zu öffnen. Angela Merkel
 
Op. 200 aus der Orgel-Werkstatt Georges Heintz, Schiltach:
Entwurf + Ausführung: Georges Heintz und  Klaus Schleinitz
Einweihung: 15. Oktober 2006
 

Disposition der Lukasorgel

Manual: Prinzipal 8´, Rohrflöte 8´, Octave 4´, Traversflöte 4´, Octave 2´, Mixtur 4f., Cromorne 8´
2. Manual:
Bourdun 8´, Salicional 8´, Bifara 8´, Prinzipal 4´, Gedecktflöte 4´, Nazard 2 2/3´, Terz 1 3/5´, Waldflöte 2´, Trompett harm. 8´
Tremulant
Pedal:
Subbass 16´, Octavbass 8´, Tenoroctave 4´, Fagott 16´
Koppeln:  
II/I, I/P, IIP,´      II/I 16´, II/P 4
 

Geschichte der Lukas-Glocken:

Am 10. Dezember 1954 wurden unsere Glocken bei der Firma Bachert in Karlsruhe gegossen. Am Nachmittag des 15. Januar 1955 wurden sie dann feierlich eingeholt und unter der Anteilnahme der Gemeinde vor der Kirche mit einem Gottesdienst begrüsst.
Bei der Einweihung der Lukas-Kirche am 30. Januar 1955 wurde nach dem Abschied vom Bergwerk am Morgen nachmittags der erste feierliche Gottesdienst in der Lukas-Kirche unter Beteiligung der drei ersten Glocken gefeiert. Als dann die einzelnen Glocken gerufen und ihre Namen und Inschriften gelesen wurden, vereinten sich die Stimmen der Glocken mit denen der Gemeinde zu dem Jubelgesang „Nun danket alle Gott“.
 
Taufglocke [d´´Dur, 700 mm Ø, 199 kg]
„Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden“
Symbol: Taufschale mit Kreuz und Monogramm Christi
 
Betglocke [h´ Moll, 830 mm Ø, 341 kg]
„Dein Name werde geheiligt, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe.“
Symbol: Flammenauge Gottes als Zeichen der Dreieinigkeit, das Kreuz und die Krone
 
Totenglocke [a´ Moll, 940 mm Ø, 417 kg]
„Sei getreu bis in den Tod, so will ich Dir die Krone des Lebens geben.“
Symbol: Drei Kreuze von Golgatha
 
Friedensglocke [d´´Dur, 700 mm Ø, 199 kg]
 

Die Solaranlage auf der Lukaskirche

Ein Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung
Sie ist für Kirchenbesucher nicht sichtbar, unsere Fotovoltaik-Anlage auf dem Kirchendach, dafür aber umso mehr für die Sonne. Durch die günstige Lage des nach Süden ausgerichteten Kirchendaches sind die Fotozellen voll der Sonne zugewandt.
Unsere Idee: Im Zusammenhang mit der notwendigen Anschaffung einer neuen Orgel in der Lukas-Kirche entstand im Jahre 2001 die Idee, den Erlös aus der Sonnenenergie zur Finanzierung des Orgelneubaus zu verwenden. Eine großzügige Spende, Zuschüsse und günstige Darlehen machten es möglich, eine Fotovoltaik-Anlage zu installieren. So wurden Sonnenstrahlen in Musik verwandelt, die Sonne zum Orgelsponsor.
Unser Anliegen: Mit der Umwandlung von Sonnenenergie in Strom wollen wir ein Zeichen setzen, dass in der Kirche nicht nur von der Bewahrung der Schöpfung geredet, sondern auch gehandelt wird. Eine Fotovoltaik-Anlage ist zwar nur ein kleiner Schritt auf diesem Weg, aber es ist meistens die Summe vieler kleiner Schritte, die uns dem Ziel näher bringt.
Unsere Anlage: Die Fläche der Anlage beträgt etwa 50 m². Sie besteht aus 42 einzelnen Tafeln, so genannten Modulen und hat eine Nennleistung von 4,83 KW. Die jährliche Stromeinspeisung beträgt –Dank der günstigen Lage- im Durchschnitt aller bisherigen Jahre rund 4.500 KW. Damit kann der Strombedarf eines großzügigen Einfamilienhauses gedeckt werden.